Laufen mit Wattmessung

Singletrails, mitten durch den Wald laufen, steile Anstiege hochklettern und wieder auf Wurzelpfaden runter ballern. Ich liebe Laufen! Vorzugsweise renne ich im Wald. Im Wald verliert man die Zeit und es ist auch mal schön ohne Uhr und Daten zu laufen. Aber eigentlich freue ich mich auf Zahlen nach dem Training, plane das Training gerne exakt und liebe es auszuwerten. Die Planung, Durchführung und Auswertung von den Laufeinheiten im Gelände ist nach Geschwindigkeit und Herzfrequenz wenig befriedigend. Die Geschwindigkeit ist zu stark vom Untergrund und der Steigung abhängig, die Herzfrequenz ist oft zu träge und unterliegt anderen Einflüssen. Vor circa 5 Jahren las ich mit großer Begeisterung von einer Wattmessung fürs Laufen. Doch die ersten Berichte warfen mehr Skepsis auf. Es hieß, dass nach dem damaligen Stand, an Anstiegen es an Genauigkeit fehle. So war das Thema zunächst für mich vertagt. Ferner konnte ich mir nicht vorstellen, wie man die Leistung beim Laufen messen kann. Doch schaut man sich die Formel hinter der Leistung an, werden die Messgrößen verständlich.

Leistung  = Arbeit/ Zeit                       (Arbeit = Kraft x Strecke)

                 = Kraft x Strecke / Zeit      (Strecke / Zeit = Geschwindigkeit)

                 = Kraft x Geschwindigkeit

Kraft = Beschleunigung der Körpermasse

Geschwindigkeit = Dauer einer Wiederholung (also Kadenz/ Schrittfrequenz)

Stryd hat nach eigenen Aussagen den besten Beschleunigungssensor verbaut, den es auf dem Markt gibt. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass die Wattmessung von Stryd genauer und zuverlässiger als die der Konkurrenz ist.

Auch Leistungsmessungen, die in der Schuhsole verbaut waren, schnitten schlechter ab. Meine Tempoeinheiten laufe ich lieber im Wald, was auch als OCR-Läufer oder Trailläufer in der Regel Sinn macht. Wie gut es funktioniert, seht ihr an der exemplarischen Einheit „10x400m“. Hier lief ich 5x400m im Flachen mit  einer Pace-Vorgabe von 3:00 min/km. Für die zweite Hälfte ging es an einen Anstieg mit der Aufgabe ebenfalls die gleiche Leistung abzubilden.

 

Intervall

10x 400m 

Pace

Leistung

Luftwiderstand 

Windrichtung 

gefühlt

Steigung

1

3:02 min/km

377 Watt

3 %

mit

flach

2

3:03 min/km

405 Watt

9 %

gegen

flach

3

2:53 min/km 

404 Watt

3 %

mit

flach

4

3:04 min/km

407 Watt

9 %

gegen

flach

5

2:59 min/km 

398 Watt

2 %

mit

flach

6

3:37 min/km 

398 Watt

3 %

mit

am Anstieg 

7

3:34 min/km 

399 Watt

3 %

mit

am Anstieg 

8

3:33 min/km

397 Watt

3 %

mit

am Anstieg 

9

3:37 min/km 

394 Watt

2 %

mit

am Anstieg 

10

3:37 min/km 

392 Watt

3 %

mit

am Anstieg 

Für mich ergeben sich aus dem Laufen mit Wattmessung vor allem folgende Vorteile:

1. Läufe im Hügeligen/Trail/Anstieg kann man verlässlich steuern. Exemplarisch stehen hierfür meine 400m Intervalle am Anstieg. 

2. Planung, Durchführung und Auswertung von Training ist mit Wattmessung leichter. Nun kann ich zum Beispiel einen hügeligen Dauerlauf mit einem flachen Dauerlauf sofort vergleichen. Daraus folgt, dass ich mein Training variabler gestalten kann, was meistens zu weniger Verletzungen führt. 

3. Man kann seine Bewegungsökonomie verbessern. Du kannst testen wieviel Watt du für eine bestimmte Geschwindigkeit brauchst. Zum Beispiel kannst du bei einem Intervall bewusst stärker anfersen und siehst direkt wie es sich auf die Leistung bei gleichbleibender Geschwindigkeit auswirkt. 

4. Eine Wattmessung bietet dir klare Vorteile beim Pacing. Im Flachen erfährst du die Ersparnis des Windschattens. Ferner fiel mir das gleichmäßige Laufen nach Watt leichter als nach Pace. Bei Wettkämpfen mit Steigung hilft dir die Messung, dass du an den Anstiegen nicht überziehst. Oft lässt man sich gerade im 1/3 eines Anstieges verleiten viel zu schnell zu laufen. 

5. Die Wattmessung funktioniert auch, wenn dein GPS versagt oder ungenau ist.

 

Weitere Infos:Die Montage des Sensors gelingt innerhalb von 5 Sekunden. Der Wechsel an einen anderen Schuh und das Montieren an die gleiche Stelle stellt kein Problem dar. Es macht Sinn den Sensor bei allen Einheiten zu tragen, damit man die Vorteile der Software genießt wie „Running Stress Balance“ und „Power Duration Curve“, die eine Prognose aufstellt wie viel Leistung man momentan über eine bestimmt Zeit laufen könnte. Die beiden unteren Bilder zeigen Auswertungen von einer Laufeinheit. Ferner werden noch Daten zur „Leg Spring Stiffness“ und zur Bodenkontaktzeit ermittelt. Meine Garmin 735XT und der Stryd ließen sich schnell mit einer App koppeln. Von nun an erkennt die Uhr automatisch und sofort den Stryd. In der Uhreinstellung kann man das Anzeigefeld selbst bestimmen. Auf einer Seite wird mir nun die Wattleistung groß und die Laufrunde klein angezeigt. Der Wattsensor kostet überall in Deutschland 229 Euro. Bei Fragen schreibe mir gerne. Ich freue mich über einen Kauf in unserem Shop und deine Rückmeldung.